Grammofongeschichten: Der Maskenball

EISENSTEIN.
Ach, wie leicht könnt es entschweben,
Dies holde Zauberbild!
Willst du nicht die Maske heben,
Die dein Antlitz mir verhüllt?


ROSALINDE.
Ei, mein schöner Herr, ich bitte,
Nicht verwegen, nichts berührt;
Denn es heischt die gute Sitte,
Dass man Masken respektiert.

Duett aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß, Libretto von Carl Haffner und Richard Genée

Der Maskenball – das war einmal ein gesellschaftliches Ereignis, über das man in feinen Kreisen noch lange sprach und jeweils zuvor schon viel gesprochen hatte.
Die großen Zeiten der Maskenbälle des europäischen Adels und wohlhabenden Bürgertums waren das 18. und 19 Jahrhundert. Der venezianische Karneval aber galt schon Jahrhunderte früher als großes Tanz- und Maskenvergnügen, auf dem sich Arm und Reich tummelten und ihre Herkunft verschwiegen und verbargen.
Ballszenen waren bei den Komponisten von Opern und Operetten sehr beliebt. In ihnen konnten sie schmissige Melodien und galante Verwechslungen unterbringen.
Die Schlagerkomponisten und Komiker bedienten das Genre auf ihre Weise.
In den Grammofongeschichten heute ein kleiner Querschnitt durchs Repertoire.

Honoré de Daumier: Amor übt für den Maskenball (1847)