Frühlingsanfänge

Welchen hätten Sie denn gern?

Warten auf den Frühling

  • den meteorologischen
  • den astronomischen
  • den phänologischen

Frühlingsanfang?

Ich bevorzuge ja den phänologischen, also den, der sich nach dem Wachstum der Pflanzen richtet. Scheint mir irgendwie angemessen, auch wenn der astronomische Frühlingsanfang im großen Astro-Ganzen gewiss verbindlicher ist. Außerdem hat man als Freund des phänologischen Frühlingsanfangs mehr davon. Da wird nämlich unterschieden zwischen dem Vorfrühling (wenn die Schneeglöckchen blühen), dem Erstfrühling (Forsythienzeit) und dem Vollfrühling (Fliederblüte). Das kann sich also eine ganze Weile hinziehen, während die anderen beiden Frühlingsanfänge zack-bumm nach einem Tag schon gleich wieder vorbei sind.

Den meteorologischen Frühlingsanfang kann ich ohnehin nicht ernst nehmen. Den haben sich Meteorologen ausgedacht, um ihre Statistiken fein säuberlich in ein Drei-Monate-Schema pressen zu können. Winter von Dezember bis Februar, Frühling von März bis Mai, Sommer von Juni bis August und Herbst von September bis November, egal wie’s Wetter wird.

Der astronomische Frühlingsanfang liegt auf der Tag- und Nachtgleiche, dem Primär-Äquinoktium, also auf einem der Tage zwischen dem 19. und 21. März. Bei uns ist es in diesem Jahr der 21.3.

Aber wirklich ist doch so ein Frühlingsanfang erst dann, wenn Schneeglöckchen blühen, der Schnee schmilzt, die ersten Zugvögel zurückkehren oder die ersten Pollen die Allergiker verzweifeln lassen. Darum möge sich ein jeder doch gern seinen ganz eigenen Frühlingsanfang suchen, ganz gleich ob zum Genießen oder zum Niesen, irgendwann in diesem Monat März.

Zur Aufheiterung im Wartesaal der Natur hier ein paar Notizen zu Frühlingsanfängen:

Beim Duft der ersten Frühlingstage reimt es sich besonders froh. Lesen Sie hier einige Gedichte aus der lyrischen Hausmülltonne.


Zwei kleine Blüten der Frühlingspoesie von Emily Dickinson finden Sie hier, im englischen Original und in einer plattdeutschen Übertragung. Rotkehlchen im März.


…es spielet der Hirte auf seiner Schalmei. Ein kleiner musikalischer Gag ist dieses Quodlibet aus drei verschiedenen Kanons.


Der niederdeutsche Schriftsteller Fritz Lau schrieb diese kleine Geschichte über zart keimende Frühlingsgefühle: Wenn’t Fröhjahr ward…


Der Frühling, die Liebe und die Musik – die unzertrennlichen Musketiere der Pop-Kultur, hier vereint in einer Grammofongeschichte mit den Songs der 1920er bis 40er Jahre.


Vor den Gefahren einer wiederkehrenden Erkältung bei allzu inniger Liebe zur Natur warnt Erich Kästner, der Verfasser der lyrischen Hausapotheke.