Licht

Licht ist ein so alltägliches Phänomen, dass wir uns kaum Gedanken darüber machen.

Es sei denn als Physiker.

Da kann man auch heute noch ins Grübeln kommen.

Welle oder Teilchen? Oder beides zugleich?

Thomas Alva Edison hat viel zur Verbreitung des künstlichen Lichts beigetragen, vor allem weil seine Entwicklung preisgünstig war. Erfunden aber hat er die Glühlampe nicht.

Louis Jacques Thénard ließ schon 1801 galvanischen Strom durch Metalldrähte fließen. James Bowman Lindsay stellte 1835 seine Glühlampe vor, William Robert Grove 1840 die erste Glühlampe mit Platindrähten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden nach und nach immer mehr Patente angemeldet. Zunächst ohne Vakuumröhren. Nach der Erfindung der Vakuumpumpe in den 1870er Jahren gab es wiederum eine Reihe von Patenten. In der Praxis scheiterten die Bemühungen um mehr Licht an der kurzen Lebensdauer der Lampen. Nach zehn Stunden wurde es duster.

Joseph Wilson Swan experimentierte 1860 mit verkohltem Papier als Glühfaden in einem Vakuum. 1878 erwarb er für ein praxistaugliches Modell sein Patent. Zwei Jahre früher als Edison. Der verwendete verkohlte Bambusfasern für sein erstes Modell. Beide Erfinder stritten um ihre Patente, legten den Streit aber schließlich bei und gründeten 1883 in London eine gemeinsame Firma.

Seither wird es Licht, wenn man den Schalter gefunden hat.

Mit welchem Enthusiasmus man das beleuchtete Zeitalter begrüßte, zeigt u.a. dieses Werbeplakat mit einer allegorischen Darstellung der Elektrizität der AEG, Berlin, 1888.

In dieser Ausgabe unseres Almanachs finden Sie ein erleuchtendes Sammelsurium von Texten, Bildern und Songs zum Thema.

Am Anfang stand ein Dilemma: Wie werben, für etwas das man nicht sehen kann? Es fällt auf, dass in Annoncen und auf Plakaten vor 1900 stets spärlich bekleidete Damen in heroischer Pose Glühbirnen empor recken. Sex sells?
Nicht nur. Das zeigt diese Bildergalerie
über den weiblichen Dynamo .


Mehr Licht! Hat er’s wirklich gesagt, in der Stunde seines Todes?

Eine kleine Betrachtung über
Goethes angeblich letzte Worte.


Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858) war nicht der einzige helle Kopf, der über Licht, Beleuchtung und Lampen sinnierte.

In dieser
poetischen Litanei zum Thema Licht
finden Sie noch einige andere.


Die Menschheit hat schon so allerlei Gedöns zur Hand genommen, um im Dunkeln besser sehen zu können.
Einiges davon findet sich in dieser Bildergalerie.

Es werde Licht!


Ganz Deutschland ist von elektrischem Licht erhellt. Ganz Deutschland? Nein, ein kleines Dorf an der Trave leistete einst erbitterten Widerstand.
Wie der Strom nach Gothmund kommen sollte, und dann doch nicht durfte.

Eine plattdeutsche Anekdote.


Gaslaternen mussten von Zeit zu Zeit geputzt werden. Dem Lampenputzer setzte Erich Mühsam ein poetisches Denkmal, auch wenn er eigentlich die deutsche Sozialdemokratie des Kaiserreichs damit herunterputzte.

„War einmal ein Revoluzzer…“